16.10.2026, 09:27 Uhr | Matthias Buchheim

ISEK – Rat bringt Förderantrag auf den Weg

Unsere Ortsmitte wurde in den 80er-Jahren geplant und umgesetzt. Sie entspricht in wesentlichen Punkten längst nicht mehr den heutigen Anforderungen. Es bestehen erhebliche Defizite bei der durchgängigen und erkennbaren Fußwegeführung sowie insbesondere bei der Barrierefreiheit. Teilweise sind die Gehwege weniger als einen Meter breit – und das sogar im Umfeld einer Apotheke.

Zur Erinnerung: Ein Rollator oder Kinderwagen ist durchschnittlich ca. 65 cm breit. Bei einer Gehwegbreite von nur einem Meter ist ein funktionierender Begegnungsverkehr daher kaum möglich.
Das betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung, sondern auch Kinder, ältere Menschen und alle, deren Mobilität vorübergehend oder dauerhaft eingeschränkt ist. Wer angesichts dieser Zustände behauptet, unsere Ortsmitte sei bereits heute hervorragend aufgestellt, verkennt die Lebensrealität dieser Menschen. Denn eines sollten wir uns alle bewusst machen: Eingeschränkte Mobilität kann jeden von uns treffen. Ich persönlich möchte auch im Alter sicher und durchgängig die Gehwege unserer Ortsmitte nutzen können, ohne auf eine marode Fahrbahn ausweichen zu müssen.

Es geht jetzt um einen ersten Entwurf, nicht um eine endgültige Planung. Keine der dargestellten Maßnahmen ist bereits in Stein gemeißelt. Es geht um die groben Richtlinien, die dazu dienen sollen, die Voraussetzungen für die Beantragung von Fördermitteln zu schaffen.
An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich klarstellen, dass die aktuell geplante Reduzierung der Parkplätze für die CDU-Fraktion fachlich richtig ist, aber nicht die Lebensrealität zu Stoßzeiten darstellt. Wir werden uns hier zusammen mit allen Beteiligten für eine Anpassung während der Detailplanung einsetzen.
Diese detaillierte Planung ist für die nächsten Jahre vorgesehen. Erst dann werden die einzelnen Maßnahmen konkretisiert, abgestimmt und politisch beraten. In der heutigen Sitzung hat der Rat der Gemeinde Schlangen zunächst die Beantragung von Fördermitteln beschlossen - nicht die endgültige Entscheidung über jede einzelne Baumaßnahme. Leider wird dieser wichtige Unterschied in der öffentlichen Diskussion häufig nicht ausreichend vermittelt.
Und gerade die Finanzierung dieser Einzelmaßnahmen wird in der aktuellen Situation noch eine große Herausforderung. Aber im Gegensatz zu anderen Fraktionen werden wir als CDU uns dieser Herausforderung stellen und an Lösungen arbeiten. Gerade ISEK ermöglicht uns in der Haushaltssicherung durch die Vorfinanzierung und Kombination mit anderen Fördermitteln aber eine hohe Umsetzungswahrscheinlichkeit.

Deshalb appelliere ich an uns alle: Lassen Sie uns die übermäßig emotionalen Diskussionen hinter uns lassen und zu einer sachlichen Debatte zurückkehren. Kritik ist legitim und wichtig. Aber Falschinformationen und eine aufgeheizte Stimmung werden die Qualität und die Akzeptanz des Konzeptes nicht erhöhen.
Das ISEK ist eine Chance, unsere Ortsmitte zukunftsfähig, sicherer und barrierefreier zu gestalten. Es ist ein Entwurf, den wir gemeinsam weiterentwickeln können und müssen. Wer Verbesserungen für die Menschen in unserer Gemeinde ernst nimmt, sollte diese Chance nicht von vornherein verhindern, sondern sie konstruktiv nutzen.
Lassen Sie uns deshalb nicht aus Angst vor Veränderungen notwendige Verbesserungen verhindern. Lassen Sie uns die Chance nutzen, unsere Ortsmitte gemeinsam weiterzuentwickeln – sachlich, verantwortungsvoll und mit dem Ziel, sie für alle Menschen in unserer Gemeinde lebenswerter zu machen.

Mit freundlichen Grüßen
Matthias Buchheim
Fraktionsvorsitzender